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Agri-PV, Pressemitteilung

Spatenstich für Viti-PV-Anlage in Oberkirch-Bottenau

04.12.2025

Leuchtturmprojekt für den Weinbau der Zukunft

Oberkirch-Bottenau. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am 4. Dezember 2025 der Startschuss für die neue Viti-PV-Anlage in Oberkirch-Bottenau gegeben. Die Anlage ist Teil des RegioWIN-Leuchtturmprojekts Weinbau 4.0, das am südlichen Oberrhein modellhaft die Chancen von Agri-Photovoltaik im Weinbau erforscht. Vertreter aus Weinbau, Forschung, Kommunalpolitik und Energiewirtschaft nahmen an der Veranstaltung teil, um den Beginn eines der ambitioniertesten Agri-PV-Projekte der Region zu feiern.

Die Viti-PV-Anlage entsteht auf einer 2,23 Hektar großen Rebfläche und umfasst vier Teilflächen – darunter terrassierte Abschnitte –, die mit zwei unterschiedlichen Anlagensystemen ausgestattet werden. Mit einer geplanten Systemleistung von 1,5 MWp soll sie nicht nur Energie erzeugen, sondern vor allem wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rebenentwicklung, Klimaresilienz und Bewirtschaftungsoptionen liefern.

Steillagen unter Druck – Bottenau als Modellregion

Ortsvorsteher Andreas Kimmig betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung innovativer Ansätze für die regionale Landwirtschaft. In Bottenau konzentrieren sich rund 180 Hektar Weinbau, oft in extrem anspruchsvoller Hanglage. Die Konkurrenzfähigkeit dieser Flächen sei zunehmend bedroht. Agri-PV könne Winzern neue Perspektiven eröffnen – sowohl wirtschaftlich als auch strukturell.

Weinbau 4.0: Forschung für Steillagen, neue Technologien und Entlastung im Arbeitsalltag

Martin Linser, Leiter des Kompetenzzentrums Weinbau 4.0, ordnete die Viti-PV-Anlage in das Gesamtprojekt ein: Steillagen stünden vor hohen Bewirtschaftungskosten, wachsendem Arbeitsaufwand und Klimarisiken. Gleichzeitig böten Technologien wie Drohnen, automatisierte Systeme und Agri-PV neue Möglichkeiten für Effizienz und Sicherheit.

Die Anlage in Bottenau ergänzt Forschungsstandorte in Riegel und am Blankenhornsberg. Das Weinbauinstitut Freiburg, das Fraunhofer ISE, das KIAF und weitere Partner untersuchen gemeinsam, wie Reben unter PV-Strukturen wachsen, wie sich Lichteinfall und Temperatur verändern und welche Effekte dies auf Ertrag und Qualität hat.

Energiewirtschaftliche Bedeutung für die Region

Für die Stadtwerke Oberkirch sei das Projekt ein kreativer Forschungsansatz in der regionalen Energieversorgung, erklärte Geschäftsführer Erik Füssgen. Die infrastrukturellen Voraussetzungen – eine neue 20-kV-Leitung und Kapazitäten bis 2 MW – ermöglichen eine zukunftsorientierte Einbindung des PV-Stroms.

Technik, Tradition und ein persönliches Kapitel: Die Perspektive von Intech

Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Intech Clean Energy GmbH, stellte die technischen Besonderheiten der Anlage sowie seine persönliche Motivation vor. Nach Jahrzehnten konnte seine Familie den Hof zurückerwerben und verbindet nun traditionelles Weinbauland mit modernster Energietechnik.

Dank der Kooperation mit Winzerfamilie Obrecht können künftig Reben unter der Viti-PV-Anlage sowie auf einer Referenzfläche parallel bewirtschaftet werden. Dies ermöglicht präzise Aussagen über Ertrag, Traubenqualität, Temperaturverläufe sowie Frost- und Hitzeschutz.

Vollmer verwies auf positive Erfahrungen aus der Agri-PV-Anlage in Nussbach und dem Forschungsstandort Ihringen, bei dem mittlerweile die 3. Weinlese eingefahren wurde: Verzögerter Austrieb, weniger Hitzestress, Frostschutz und angenehmere Arbeitsbedingungen bei der Lese seien zentrale Vorteile.

Winzerperspektive: Ohne Viti-PV wäre die Bewirtschaftung kaum möglich

Winzer und Kellermeister Marius Vollmer betonte, dass eine Bewirtschaftung der Steillage ohne das Projekt kaum realisierbar gewesen wäre. Die für die PV-Anlage notwendigen Planierungsarbeiten schaffen erstmals Bedingungen, die eine dauerhafte Pflege und Ernte ermöglichen.

Mit Sorten wie Souvignier Gris sollen zudem robuste, zukunftsfähige Reben erprobt werden. Für viele Betriebe könne Viti-PV ein entscheidender Baustein sein, um Steillagen auch im Klimawandel zu erhalten.

Symbolischer Spatenstich – und der Beginn eines Leuchtturmprojekts

Mit dem gemeinsamen Spatenstich startete ein Projekt, das weit über die Region hinaus wirken soll: Als Forschungsstandort, als Beispiel für nachhaltige Energieintegration im Weinbau und als Chance für die Zukunft steiler Lagen.

Die Anlage soll ab 2026 schrittweise in Betrieb gehen. Begleitende Veranstaltungen für Winzerinnen und Winzer sind geplant, um Einblicke in Bewirtschaftung, Technik und Forschungsergebnisse zu geben.

Agri-PV, Pressemitteilung

Ministerpräsident Kretschmann besucht Blankenhornsberg

26.06.2025

Agri-PV als Hoffnungsträger für Weinbau und Klimaschutz

Ihringen, 26. Juni 2025 – Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte am Donnerstag das Staatsweingut am Blankenhornsberg in Ihringen, um sich vor Ort über innovative Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen im Weinbau zu informieren. Ein zentrales Thema war dabei die Viti-Photovoltaikanlage, die die Firma Intech GmbH & Co. KG aus Kehl für Forschungszwecke realisiert hat.

Viti-PV-Technologie verbindet Energieerzeugung und Weinqualität

Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden am Blankenhornsberg zwei unterschiedliche Viti-PV-Systeme installiert. Die Anlage mit einer Leistung von 240 kWp kombiniert eine Fixinstallation mit lichtdurchlässigen PV-Modulen sowie ein innovatives Tracking-System mit lichtundurchlässigen Modulen, das sich automatisch dem Sonnenstand anpasst. Entwickelt wurde die Tracking-Steuerung von Intech und wird gemeinsam mit dem Staatlichen Weinbauinstitut kontinuierlich an die spezifischen Anforderungen des Weinbaus angepasst. Dafür werden neben elektrischen Parametern auch Faktoren wie Neigungswinkel, Einstrahlung, Pflanzengesundheit, Blatt- und Bodenfeuchte überwacht und zur Optimierung ausgewertet.

Dr. Bettina Frank-Renz (Direktion Staatliches Weinbauinstitut) und Kolja Bitzenhofer (Leitung Staatsweingut) beim Vorstellen der Viti-PV-Anlage am Blankenhornsberg.

 

Chancen und Herausforderungen

Das innovative System zielt darauf ab, nicht nur Strom zu erzeugen, sondern auch die Pflanzenphysiologie der Reben zu verbessern. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Die Beschattung durch die PV-Module führt zu einer verzögerten Reife der Trauben, was sich günstig auf den Säuregehalt und damit die Weinqualität auswirken kann. Weitere Forschungsergebnisse werden aktuell ausgewertet.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen. „Nicht alle Ackerflächen haben einen Stromanschlusspunkt in der Nähe. Selbst die 400 Meter bei uns waren nicht nur ein finanzieller Aufwand. Die Kosten für den Netzanschluss können daher ein entscheidender Faktor für den Bau solcher Anlagen sein“, erläuterte Bettina Frank-Renz, Leiterin des Staatlichen Weinbauinstituts.

Zudem können Maschinen nicht alle Rebzeilen befahren, wodurch teilweise Handarbeit erforderlich wird. Die Integration der Anlage in bestehende Rebflächen gestaltet sich ebenfalls komplex.

„Wir müssen neue Dinge ausprobieren, wissenschaftlich prüfen, ob es Sinn macht und ob es für den Weinbau auch wirtschaftlich profitabel sein kann“, betonte Ministerpräsident Kretschmann bei seinem Rundgang.

Beitrag zum Klimaschutz

Neben den Effekten auf die Weinqualität leistet die Anlage auch einen Beitrag zum Klimaschutz: Der CO₂-Fußabdruck für die Stahlkonstruktion beträgt 41,19 Tonnen, während die Anlage jährlich etwa 150 Tonnen CO₂ einspart. Der erzeugte Strom kann die Versorgung von rund 160 Haushalten sicherstellen oder für elektrische Arbeitsgeräte direkt im Weinberg genutzt werden.

Die Viti-PV-Anlage ist Teil des Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0“ im Rahmen des RegioWin 2030-Programms und wird vom Land Baden-Württemberg sowie der Europäischen Union gefördert. Sie zeigt eindrucksvoll, wie die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen die Zukunft des Weinbaus nachhaltig gestalten kann.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dialog mit Reinhold Treiber (Geschäftsführer Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald) über die Artenvielfalt am Kaiserstuhl.

Winzer im Dialog mit der Politik

Begleitet wurde der Besuch von einer Mahnwache der Winzer, die mit Transparenten auf ihre wirtschaftlich schwierige Lage aufmerksam machten. Klimawandel, steigende Produktionskosten und ein rückläufiger Weinkonsum setzen viele Betriebe unter Druck. Kretschmann machte deutlich, dass der Erhalt der Kulturlandschaft, wirtschaftliche Perspektiven der Betriebe und der Einsatz moderner Technologien zusammen gedacht werden müssen. Zudem appellierte er an Verbraucherinnen und Verbraucher, verstärkt regionale Produkte zu kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu stärken.

Neben der Agri-PV-Anlage standen beim Besuch des Ministerpräsidenten auch die Arbeit des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau-Hochschwarzwald, die Transformation der Landwirtschaft sowie die Flurbereinigung am Kaiserstuhl im Fokus.

 

Über Intech GmbH & Co. KG

Seit 25 Jahren ist die Intech GmbH & Co. KG Pionier auf dem Gebiet der Photovoltaikanlagen und setzt sich aktiv für die Marktfähigkeit erneuerbarer Energien ein. Von der netzunabhängigen Stromversorgung bis zur Energieautarkie werden nachhaltige Projekte realisiert und Kunden von der Planung bis zur Installation begleitet. Mit eigens entwickelten Systemen liegt der Fokus auf der effizienten Doppelnutzung von Flächen, wobei maßgeschneiderte PV-Lösungen für Dach-, Wasser- oder Ackerflächen angeboten werden. Mit der Entwicklung von Agri- und Viti-PV-Anlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcenschonung in der Landwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter Intech Clean Energy und Weinbau 4.0.

Agri-PV, Pressemitteilung

Presseinformation: Leuchtturmprojekt „Weinbau 4.0“

27.09.2024

Innovative Energiegewinnung im Weinbau: Einweihung der Viti-PV-Anlage in Ihringen

Ihringen am Kaiserstuhl, 27. September 2024 – Ein wichtiger Meilenstein für die nachhaltige Landwirtschaft: Die Intech GmbH & Co. KG feiert gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern die offizielle Einweihung ihrer Viti-Photovoltaikanlage im Rahmen des RegioWIN-Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0″. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, dem Bewirtschafter der Rebfläche, wurde die Anlage 2023 errichtet und dient nun als Pilotprojekt zur Untersuchung der Synergieeffekte von Weinbau und Stromerzeugung auf einer Fläche. Im August 2024 ging die erste von insgesamt 3 Pilotanlagen ans Netz.

Doppelnutzung in der Praxis: 240 kWp auf 0,4 Hektar

Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden am Blankenhornsberg zwei unterschiedliche Viti-PV-Systeme installiert, die nicht nur den Solarertrag maximieren, sondern auch die Pflanzenphysiologie der Reben berücksichtigen. Die Anlage mit einer Leistung von 240 kWp besteht aus einer Fixinstallation mit lichtdurchlässigen PV-Modulen und einem innovativen Tracking-System mit lichtundurchlässigen (opaken) PV-Modulen, welches die PV-Module automatisch der Sonne nachführt.

Die Tracking-Steuerung wurde von Intech entwickelt und wird in Zusammenarbeit mit dem Weinbauinstitut (WBI) über die gesamte Projektlaufzeit an die Anforderungen des Weinbaus angepasst. Dazu werden alle elektrischen Daten, sowie der Neigungswinkel, Einstrahlung, Pflanzengesundheit, Blattfeuchte und Bodenfeuchte erfasst und für den Optimierungsprozess verwendet.

PV-Anlage über Weinreben in Ihringen

Schnelles Eingreifen dank Fernzugriff

„Dank der Tracking-Technologie und des Fernzugriffs können wir in Absprache mit dem Weinbauinstitut sofort auf Wetterveränderungen reagieren und so den Traubenertrag sichern“, betont Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Intech GmbH & Co. KG.
Die innerhalb von fünf Monaten in einem Vogelschutzgebiet und über bestehenden Rebzeilen errichtete Anlage berücksichtigt auch naturschutzrechtliche Auflagen und ermöglicht bei Bedarf einen vollständigen Rückbau. Eine besondere Herausforderung bei Viti-PV-Anlagen ist der Netzanschluss. „Nicht alle Ackerflächen haben einen Stromanschlusspunkt in der Nähe. Selbst die 400 Meter bei uns waren nicht nur ein finanzieller Aufwand. Die Kosten für den Netzanschluss können daher ein entscheidender Faktor für den Bau solcher Anlagen sein“, sagt Bettina Frank-Renz, Leiterin des Staatlichen Weinbauinstituts. Dennoch betont Martin Schweizer, stellvertretender Bürgermeister von Ihringen: „Diese Anlage ist ein Lichtblick für die Winzer, um die Kulturlandschaft am Kaiserstuhl zu erhalten“.

Vielversprechende erste Ergebnisse

Das Weinbauinstitut konnte in diesem Jahr den 2. Herbst unter den PV-Modulen einfahren. Die ersten Zwischenergebnisse sind vielversprechend. So führt die Beschattung durch die PV-Module zu einer Reifeverzögerung, die den Säuregehalt der Trauben und damit die Weinqualität erhöht. Weitere Forschungsergebnisse werden derzeit vom Weinbauinstitut ausgewertet.

Der CO2-Fußabdruck für den Stahl der Unterkonstruktion beträgt 41,19 Tonnen. Im Gegenzug ermöglicht die Anlage eine erhebliche CO2-Reduktion von 150 Tonnen pro Jahr. Die gewonnene Energie wird unter anderem von autonomen elektrischen Geräten wie einer Raupe vor Ort genutzt. Als Vergleich kann mit dem Strom beispielsweise die Energieversorgung für rund 160 Haushalte sichergestellt werden.

Ein Meilenstein für nachhaltigen Weinbau

Die Viti-PV-Anlage ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Landwirtschaft. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union gefördert und bietet einen zukunftsweisenden Ausblick auf die Möglichkeiten der Doppelnutzung von Flächen.

Über Intech GmbH & Co. KG:

Seit 25 Jahren ist die Intech GmbH & Co. KG Pionier auf dem Gebiet der Photovoltaikanlagen und setzt sich aktiv für die Marktfähigkeit erneuerbarer Energien ein. Von der netzunabhängigen Stromversorgung bis zur Energieautarkie werden nachhaltige Projekte realisiert und Kunden von der Planung bis zur Installation begleitet. Mit eigens entwickelten Systemen liegt der Fokus auf der effizienten Doppelnutzung von Flächen, wobei maßgeschneiderte PV-Lösungen für Dach-, Wasser- oder Ackerflächen angeboten werden. Mit der Entwicklung von Agri- und Viti-PV-Anlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcenschonung in der Landwirtschaft.

Agri-PV, Pressemitteilung

Pressemitteilung: Synergieeffekte der doppelten Flächennutzung

12.04.2024

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Modellregion Agri-Photovoltaik für Baden- Württemberg“ baut und beforscht ein Konsortium aus 13 Projektpartnern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE unterschiedliche Agri-Photovoltaik (PV) Pilotanlagen in Baden-Württemberg. Erste Zwischenergebnisse zeigen, dass nicht nur die unter den Anlagen gebauten Kulturen von der teilweisen Verschattung profitieren, sondern auch die PV-Module dank der Kühlung durch die Pflanzen mehr Strom produzieren als vorab angenommen. Heute eröffnete Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die fünfte Anlage des Projekts auf dem Obsthof Vollmer in Oberkirch-Nussbach. Im Fokus des Forschungsteams ist dort die Kombination von Kern- und Beerenobst mit unterschiedlich nachgeführten PV-Modulen.

„Zuletzt konnten wir Rekordzahlen beim Ausbau von Photovoltaik in Baden- Württemberg verzeichnen. Um die Energiewende erfolgreich zu meistern, müssen die Zahlen für Freiflächen-PV allerdings noch weiter an Fahrt aufnehmen. Die Flächen sind begrenzt. Der große Vorteil von Agri-PV ist, dass wir Raum doppelt nutzen können. Das bringt den Solar-Ausbau und somit die Energiewende weiter voran. Daher ist die heutige Einweihung der Anlage in Nußbach als größte Agri-PV-Anlage im Obstbau in Deutschland ein wichtiges Zeichen. Die „Modellregion Agri-Photovoltaik Baden- Württemberg“ zeigt, dass PV-Einsatz und Landwirtschaft eine fruchtbare Symbiose eingehen können, ohne in einen Nutzungskonflikt um die Fläche zu treten“, sagte Staatssekretär Andre Baumann bei seiner seiner Eröffnungsrede auf dem Obsthof Vollmer.

Bei der ersten Agri-PV-Anlage des Projekts über Apfelbäumen in Kressbronn am Bodensee konnten im Rahmen des Projekts bereits zwei Jahre lang Messungen durchgeführt werden. Dabei stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest: Der Obsthof konnte auf der Fläche unter der Agri-PV-Anlage 70 Prozent der Pflanzenschutzmittel einsparen. Der Bewässerungsbedarf konnte um 50 Prozent reduziert werden. Der sich durch den Klimawandel verstärkenden Tendenz von zu viel Sonne und zu wenig Wasser für die Apfelbäume wird entgegengewirkt. Die Agri-PV-Anlage produziert über 20 Prozent mehr Strom, als das Konsortium auf Basis der Simulationen erwartet hatte. Die genauen Gründe hierfür sind noch Gegenstand weiterer Untersuchungen, das Forschungsteam vermutet, dass eine Kombination aus Verdunstungskühlung und Hinterlüftung den wichtigsten Beitrag für die erhöhten Stromerträge leistet.

„Es profitieren nicht nur die Pflanzen von der PV-Anlage, sondern auch die PV-Anlage von den Pflanzen, wenn man die Agri-PV Anlage passend plant“, fasste Oliver Hörnle, Projektleiter am Fraunhofer ISE, die Zwischenergebnisse auf der Eröffnung zusammen.

Die heute eingeweihte Agri-PV-Anlage in Oberkirch-Nussbach umfasst vier Teile. Neben dem Stromertrag aus fest montierten PV-Modulen über Kiwi, Birnen, Äpfeln und Zwetschgen mit vollverschattenden Modulen und einem an Folientunnel angelehnten System im Beerenbau mit semitransparenten Modulen, ist das Kernstück des Projekts ein nachgeführtes System mit vollverschattenden Modulen. „Das Besondere an der nachgeführten PV-Anlage ist die Halbierung der 140 Meter langen Reihen“, stellte Landwirt und Unternehmer Dr. Hansjörg Vollmer das Projekt auf seinem Hof vor. „Die eine Hälfte der Reihen wird unter Einbezug von pflanzenphysiologischen Gesichtspunkten nachgeführt, die andere Hälfte rein nach sonnenoptimierten Parametern gesteuert.“ Die hierfür am Fraunhofer ISE entwickelten Nachführalghoritmen werden ab Mitte 2024 im Anlagensystem des Projektpartners Intech Clean Energy erprobt. Die agrarwissenschaftliche Begleitforschung übernimmt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, offene Fragen zur dualen Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung zu beantworten. Mit der Entwicklung und dem Bau von maßgeschneiderten Pilotanlagen an neun unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Obst- und Beeren-Kulturen werden die Machbarkeit verschiedener vielversprechender Anwendungsbereiche und Technologien untersucht und Auslegungsvarianten erforscht. Gefördert wird das bis Ende 2024 laufende Forschungsvorhaben von den Landesministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

ECON, Pressemitteilung

Intech zur Teilnahme an dena-RES-Programm nominiert

12.12.2018

Intech Energy Container im Outback von Queensland – autarke Energieversorgung mit Photovoltaik

Deutsche Innovation für internationale Märkte

Die in Kehl-Auenheim ansässige Firma Intech GmbH & Co. KG zählt mit ihrem Energiecontainer zu den ausgewählten Unternehmen, die im Rahmen des dena-Renewable-Energy-Solutions-Programm (dena-RES-Programm) ein Referenzprojekt für ihre innovative erneuerbare Energielösung umsetzen. Mit diesem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Programm unterstützt die Deutsche Energie-Agentur (dena) deutsche Unternehmen, die Technologien rund um erneuerbare Energien in Auslandsmärkten etablieren möchten.

Deutsche Technologie für netzferne Regionen

Der von der Firma Intech entwickelte Energiecontainer ist an erneuerbare Energiequellen wie Solar, Wasser oder Wind gekoppelt und versorgt externe Verbraucher wie Gebäude und Maschinen mit Elektrizität. Das System ist somit als Alternative zu einem Netzanschluss in abgelegenen Gebieten einsetzbar.

Ersatz von Dieselgeneratoren durch erneuerbare Energien

Laut Herrn Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Fa. Intech, wurde das System entwickelt, um weltweit Diesel- oder Flüssiggas-betriebene Stromgeneratoren durch Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu ersetzen. Da Strom aus Sonne und Wind nicht konstant zur Verfügung steht, ist der Enegiecontainer mit einem entsprechenden Stromspeicher, Notstromgenerator und der notwendigen Steuerelektronik ausgestattet.

Pilotprojekt im Elsass

Die im Rahmen des Programmes geplante Referenzanlage wurde bereits an einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb im benachbarten Elsass geliefert. Der Betrieb „Un Jardin et des Graines“ hat sich abseits des Stromnetzes als Aussiedlerhof entwickelt. Der Energiecontainer von Intech übernimmt die gesamte Stromversorgung. Als erneuerbare Energiequelle dient eine Solaranlage, welche teilweise auf dem Energiecontainer und als Aufdachanlage auf einem Nebengebäude errichtet wird. Der gesamte Energiebedarf wird somit durch die Sonne bereitgestellt. Für den französischen Biobauern also die beste Gelegenheit seiner Nachhaltigkeit Ausdruck zu verleihen.

Bisherige Exporte und wachsende Märkte

Zuvor wurden bereits erste Systeme nach Australien (McKinlay) und Kanada geliefert. Mittlerweile ist aber auch eine steigende Nachfrage aus Europa und Afrika spürbar.

Mehr Sichtbarkeit in französischsprachigen Märkten

Mit der Teilnahme am dena-RES-Programm erhofft sich Intech eine gesteigerte öffentliche Sichtbarkeit im gesamten französischen Sprachraum. Hoher Bedarf und Wachstumsmöglichkeiten werden insbesondere langfristig im Off-Grid-Segment in den französischen Überseegebieten erwartet, die mit dem Pilotprojekt aktiv angesprochen werden sollen.

Das dena-RES-Programm: Schub für deutsche erneuerbare Energietechnologien

Dieses Projekt wird im Zuge des von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten dena-Renewable-Energy-Solutions-Programms realisiert.

 

Deutsche Energie-Agentur (dena)

Die dena ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als Agentur für angewandte Energiewende trägt sie zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele bei, indem sie Lösungen entwickelt und in die Praxis umsetzt, national und international. Dafür bringt sie Partner aus Politik und Wirtschaft zusammen, über alle Branchen hinweg. Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland und die KfW Bankengruppe. www.dena.de

German Energy Solutions Initiative

Mit der German Energy Solutions Initiative unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kleine und mittlere deutsche Unternehmen der Energiebranche bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Angesprochen sind Unternehmen, die Energielösungen im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, intelligente Netze oder Speicher anbieten. Die German Energy Solutions Initiative verfolgt das Ziel, deutsche Energie-Technologien international stärker zu positionieren und zu verbreiten, um das Marktpotential für deutsche Technologien und deutsches Know-how zu erhöhen. Ausgerichtet auf die jeweiligen Exportphasen stehen bei den Angeboten der Exportinitiative die Informationsvermittlung, die Kontakt- und Geschäftsanbahnung bzw. das Auslandsmarketing im Fokus.

dena-Renewable-Energy-Solutions-Programm (dena-RES-Programm)

Mit ihrem dena-RES-Programm unterstützt die Deutsche Energie-Agentur (dena) Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche bei der Erschließung von Märkten. In attraktiven Zielmärkten wird Energietechnik öffentlichkeits- und werbewirksam an repräsentativen Einrichtungen installiert und durch Aktivitäten im PR-, Marketing- und Schulungsbereich umfassend begleitet. Diese vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten Leuchtturmprojekte haben zum Ziel, die Qualität deutscher Produkte im Bereich erneuerbare Energien zu demonstrieren und teilnehmenden Unternehmen den nachhaltigen Eintritt in neue Märkte zu erleichtern.