Archiv des Autors: Elisabeth Rösch

Agri-PV, Pressemitteilung

Ministerpräsident Kretschmann besucht Blankenhornsberg

26.06.2025

Agri-PV als Hoffnungsträger für Weinbau und Klimaschutz

Ihringen, 26. Juni 2025 – Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte am Donnerstag das Staatsweingut am Blankenhornsberg in Ihringen, um sich vor Ort über innovative Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen im Weinbau zu informieren. Ein zentrales Thema war dabei die Viti-Photovoltaikanlage, die die Firma Intech GmbH & Co. KG aus Kehl für Forschungszwecke realisiert hat.

Viti-PV-Technologie verbindet Energieerzeugung und Weinqualität

Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden am Blankenhornsberg zwei unterschiedliche Viti-PV-Systeme installiert. Die Anlage mit einer Leistung von 240 kWp kombiniert eine Fixinstallation mit lichtdurchlässigen PV-Modulen sowie ein innovatives Tracking-System mit lichtundurchlässigen Modulen, das sich automatisch dem Sonnenstand anpasst. Entwickelt wurde die Tracking-Steuerung von Intech und wird gemeinsam mit dem Staatlichen Weinbauinstitut kontinuierlich an die spezifischen Anforderungen des Weinbaus angepasst. Dafür werden neben elektrischen Parametern auch Faktoren wie Neigungswinkel, Einstrahlung, Pflanzengesundheit, Blatt- und Bodenfeuchte überwacht und zur Optimierung ausgewertet.

Dr. Bettina Frank-Renz (Direktion Staatliches Weinbauinstitut) und Kolja Bitzenhofer (Leitung Staatsweingut) beim Vorstellen der Viti-PV-Anlage am Blankenhornsberg.

 

Chancen und Herausforderungen

Das innovative System zielt darauf ab, nicht nur Strom zu erzeugen, sondern auch die Pflanzenphysiologie der Reben zu verbessern. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Die Beschattung durch die PV-Module führt zu einer verzögerten Reife der Trauben, was sich günstig auf den Säuregehalt und damit die Weinqualität auswirken kann. Weitere Forschungsergebnisse werden aktuell ausgewertet.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen. „Nicht alle Ackerflächen haben einen Stromanschlusspunkt in der Nähe. Selbst die 400 Meter bei uns waren nicht nur ein finanzieller Aufwand. Die Kosten für den Netzanschluss können daher ein entscheidender Faktor für den Bau solcher Anlagen sein“, erläuterte Bettina Frank-Renz, Leiterin des Staatlichen Weinbauinstituts.

Zudem können Maschinen nicht alle Rebzeilen befahren, wodurch teilweise Handarbeit erforderlich wird. Die Integration der Anlage in bestehende Rebflächen gestaltet sich ebenfalls komplex.

„Wir müssen neue Dinge ausprobieren, wissenschaftlich prüfen, ob es Sinn macht und ob es für den Weinbau auch wirtschaftlich profitabel sein kann“, betonte Ministerpräsident Kretschmann bei seinem Rundgang.

Beitrag zum Klimaschutz

Neben den Effekten auf die Weinqualität leistet die Anlage auch einen Beitrag zum Klimaschutz: Der CO₂-Fußabdruck für die Stahlkonstruktion beträgt 41,19 Tonnen, während die Anlage jährlich etwa 150 Tonnen CO₂ einspart. Der erzeugte Strom kann die Versorgung von rund 160 Haushalten sicherstellen oder für elektrische Arbeitsgeräte direkt im Weinberg genutzt werden.

Die Viti-PV-Anlage ist Teil des Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0“ im Rahmen des RegioWin 2030-Programms und wird vom Land Baden-Württemberg sowie der Europäischen Union gefördert. Sie zeigt eindrucksvoll, wie die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen die Zukunft des Weinbaus nachhaltig gestalten kann.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dialog mit Reinhold Treiber (Geschäftsführer Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald) über die Artenvielfalt am Kaiserstuhl.

Winzer im Dialog mit der Politik

Begleitet wurde der Besuch von einer Mahnwache der Winzer, die mit Transparenten auf ihre wirtschaftlich schwierige Lage aufmerksam machten. Klimawandel, steigende Produktionskosten und ein rückläufiger Weinkonsum setzen viele Betriebe unter Druck. Kretschmann machte deutlich, dass der Erhalt der Kulturlandschaft, wirtschaftliche Perspektiven der Betriebe und der Einsatz moderner Technologien zusammen gedacht werden müssen. Zudem appellierte er an Verbraucherinnen und Verbraucher, verstärkt regionale Produkte zu kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu stärken.

Neben der Agri-PV-Anlage standen beim Besuch des Ministerpräsidenten auch die Arbeit des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau-Hochschwarzwald, die Transformation der Landwirtschaft sowie die Flurbereinigung am Kaiserstuhl im Fokus.

 

Über Intech GmbH & Co. KG

Seit 25 Jahren ist die Intech GmbH & Co. KG Pionier auf dem Gebiet der Photovoltaikanlagen und setzt sich aktiv für die Marktfähigkeit erneuerbarer Energien ein. Von der netzunabhängigen Stromversorgung bis zur Energieautarkie werden nachhaltige Projekte realisiert und Kunden von der Planung bis zur Installation begleitet. Mit eigens entwickelten Systemen liegt der Fokus auf der effizienten Doppelnutzung von Flächen, wobei maßgeschneiderte PV-Lösungen für Dach-, Wasser- oder Ackerflächen angeboten werden. Mit der Entwicklung von Agri- und Viti-PV-Anlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcenschonung in der Landwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter Intech Clean Energy und Weinbau 4.0.

Allgemein, Veranstaltungen

“Le OFF“ der Assises Européennes de la Transition Énergétique 2025

11.06.2025

Am 17. und 18. Juni 2025 laden wir alle Interessierten herzlich ein, im Rahmen des öffentlichen Programms „Le OFF“ einen Blick auf unsere Photovoltaiklösungen zu werfen.

Wann?

  • Dienstag, 17. Juni & Mittwoch, 18. Juni
  • Jeweils von 13:00 bis 18:00 Uhr
  • Robert-Koch-Str. 35. 77694 Kehl-Auenheim

Was erwartet Sie?
Wir präsentieren eine breite Auswahl an Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft:

  • Klassische PV-Anlagen für Dächer und Freiflächen
  • Agri-PV-Systeme, die Landwirtschaft und Energiegewinnung kombinieren
  • Energy Container für mobile und autarke Versorgung
  • Floating-PV-Anlagen (FPV) für die Nutzung von Wasserflächen
  • Ladesäulen für E-Fahrzeuge
  • Batteriespeicher für Privat und Industrie
  • Wärmepumpen
  • Uvm.

Ob Fachbesucher:in oder interessierte:r Bürger:in – alle sind willkommen. Der Eintritt ist frei!

Kommen Sie vorbei und erfahren Sie, wie innovative Photovoltaiklösungen aktiv zur Energiewende beitragen können. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!


Assises Européennes de la Transition Énergétique

Die Assises Européennes de la Transition Énergétique (AETE) sind eine bedeutende europäische Konferenz zur Energiewende, die vom 24. bis 26. Juni 2025 in Straßburg stattfindet. Sie bringt über 3.500 Teilnehmer:innen aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft zu diskutieren.

Ziel und Inhalte der AETE

Die 26. Ausgabe steht unter dem Motto „L’énergie, un bien commun ! Des territoires à l’Europe.“ (Energie als Gemeingut – von den Regionen bis Europa). Im Fokus stehen Themen wie:

  • Gerechte Energieverteilung und soziale Teilhabe

  • Kooperation zwischen Regionen und Ländern

  • Gouvernanz von Energieprojekten

  • Rolle der Bürger:innen und lokaler Initiativen

Das Programm umfasst über 150 Veranstaltungen, darunter Plenen, Workshops, Exkursionen, ein Innovationsdorf („Village de la Transition“) und ein Karrieremarkt für Berufe in der Energiewende.

„Le OFF“ – das Begleitprogramm für die Öffentlichkeit

Parallel zur Hauptkonferenz findet vom 13. bis 23. Juni 2025 das „Le OFF“ statt – ein kostenloses, öffentliches Rahmenprogramm in ganz Straßburg. Ziel ist es, die Energiewende für die breite Bevölkerung greifbar zu machen. Geboten werden:

  • Workshops, Vorträge und Filmvorführungen

  • Besichtigungen von Energieanlagen

  • DIY-Formate und Mitmachaktionen

  • Austausch mit lokalen Akteur:innen der Energiewende

Das Motto lautet: „Rendre visible l’invisible“ – also das Unsichtbare sichtbar machen: Woher kommt unsere Energie? Wie wird sie verteilt und genutzt?

Agri-PV

Bundesminister Hubertus Heil zu Besuch in Nußbach

08.07.2024

Mit KI die Landwirtschaft optimieren – und wir sind auf einem guten Weg!

Vom Mähroboter bis zum Vollernter gibt es bereits die unterschiedlichsten KI-gesteuerten Helfer. Auch ein Teil unserer Agri-PV-Forschungsanlage in Nußbach gehört dazu.

Auf Basis der vom LTZ Augustenberg gesammelten Daten entwickelt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE einen Algorithmus, der das Intech-Trackingsystem ganz nach den Bedürfnissen der Pflanzen steuert und dabei das Maximum an Sonnenenergie herausholt – eine absolute Win-Win-Win-Situation!

Zum Thema „KI in der Landwirtschaft“ durften wir gestern Bundesminister Hubertus Heil und über 20 Journalisten im Rahmen seiner Sommerreise durch unsere Anlage führen und seine Geschicklichkeit bei der Brombeerernte testen.

Der Besuch war ein spannender Austausch über die Kombination von innovativen Technologien in der Landwirtschaft und einer nachhaltigen Zukunft, bei dem auch das Interesse an den Menschen dahinter nicht zu kurz kam. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und das, was wir mit diesem kurzen Besuch vielleicht bewirken konnten.

Agri-PV, Pressemitteilung

Pressemitteilung: Synergieeffekte der doppelten Flächennutzung

12.04.2024

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Modellregion Agri-Photovoltaik für Baden- Württemberg“ baut und beforscht ein Konsortium aus 13 Projektpartnern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE unterschiedliche Agri-Photovoltaik (PV) Pilotanlagen in Baden-Württemberg. Erste Zwischenergebnisse zeigen, dass nicht nur die unter den Anlagen gebauten Kulturen von der teilweisen Verschattung profitieren, sondern auch die PV-Module dank der Kühlung durch die Pflanzen mehr Strom produzieren als vorab angenommen. Heute eröffnete Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die fünfte Anlage des Projekts auf dem Obsthof Vollmer in Oberkirch-Nussbach. Im Fokus des Forschungsteams ist dort die Kombination von Kern- und Beerenobst mit unterschiedlich nachgeführten PV-Modulen.

„Zuletzt konnten wir Rekordzahlen beim Ausbau von Photovoltaik in Baden- Württemberg verzeichnen. Um die Energiewende erfolgreich zu meistern, müssen die Zahlen für Freiflächen-PV allerdings noch weiter an Fahrt aufnehmen. Die Flächen sind begrenzt. Der große Vorteil von Agri-PV ist, dass wir Raum doppelt nutzen können. Das bringt den Solar-Ausbau und somit die Energiewende weiter voran. Daher ist die heutige Einweihung der Anlage in Nußbach als größte Agri-PV-Anlage im Obstbau in Deutschland ein wichtiges Zeichen. Die „Modellregion Agri-Photovoltaik Baden- Württemberg“ zeigt, dass PV-Einsatz und Landwirtschaft eine fruchtbare Symbiose eingehen können, ohne in einen Nutzungskonflikt um die Fläche zu treten“, sagte Staatssekretär Andre Baumann bei seiner seiner Eröffnungsrede auf dem Obsthof Vollmer.

Bei der ersten Agri-PV-Anlage des Projekts über Apfelbäumen in Kressbronn am Bodensee konnten im Rahmen des Projekts bereits zwei Jahre lang Messungen durchgeführt werden. Dabei stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest: Der Obsthof konnte auf der Fläche unter der Agri-PV-Anlage 70 Prozent der Pflanzenschutzmittel einsparen. Der Bewässerungsbedarf konnte um 50 Prozent reduziert werden. Der sich durch den Klimawandel verstärkenden Tendenz von zu viel Sonne und zu wenig Wasser für die Apfelbäume wird entgegengewirkt. Die Agri-PV-Anlage produziert über 20 Prozent mehr Strom, als das Konsortium auf Basis der Simulationen erwartet hatte. Die genauen Gründe hierfür sind noch Gegenstand weiterer Untersuchungen, das Forschungsteam vermutet, dass eine Kombination aus Verdunstungskühlung und Hinterlüftung den wichtigsten Beitrag für die erhöhten Stromerträge leistet.

„Es profitieren nicht nur die Pflanzen von der PV-Anlage, sondern auch die PV-Anlage von den Pflanzen, wenn man die Agri-PV Anlage passend plant“, fasste Oliver Hörnle, Projektleiter am Fraunhofer ISE, die Zwischenergebnisse auf der Eröffnung zusammen.

Die heute eingeweihte Agri-PV-Anlage in Oberkirch-Nussbach umfasst vier Teile. Neben dem Stromertrag aus fest montierten PV-Modulen über Kiwi, Birnen, Äpfeln und Zwetschgen mit vollverschattenden Modulen und einem an Folientunnel angelehnten System im Beerenbau mit semitransparenten Modulen, ist das Kernstück des Projekts ein nachgeführtes System mit vollverschattenden Modulen. „Das Besondere an der nachgeführten PV-Anlage ist die Halbierung der 140 Meter langen Reihen“, stellte Landwirt und Unternehmer Dr. Hansjörg Vollmer das Projekt auf seinem Hof vor. „Die eine Hälfte der Reihen wird unter Einbezug von pflanzenphysiologischen Gesichtspunkten nachgeführt, die andere Hälfte rein nach sonnenoptimierten Parametern gesteuert.“ Die hierfür am Fraunhofer ISE entwickelten Nachführalghoritmen werden ab Mitte 2024 im Anlagensystem des Projektpartners Intech Clean Energy erprobt. Die agrarwissenschaftliche Begleitforschung übernimmt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, offene Fragen zur dualen Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung zu beantworten. Mit der Entwicklung und dem Bau von maßgeschneiderten Pilotanlagen an neun unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Obst- und Beeren-Kulturen werden die Machbarkeit verschiedener vielversprechender Anwendungsbereiche und Technologien untersucht und Auslegungsvarianten erforscht. Gefördert wird das bis Ende 2024 laufende Forschungsvorhaben von den Landesministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Allgemein

Intech ist jetzt BSW Solar

31.03.2022

Intech ist jetzt Mitglied im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)

Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass Intech Clean Energy ab sofort offizielles Mitglied im Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) ist – dem führenden Branchenverband für Photovoltaik und Solarthermie in Deutschland.

Als starke Stimme der Solarbranche setzt sich der BSW aktiv für die Beschleunigung der Energiewende ein. Der Verband vereint Fachwissen und Expertise seiner Mitglieder, fördert den Austausch unter Branchenprofis und treibt zukunftsweisende Entwicklungen im Bereich der Solarenergie voran – sowohl im Bereich Photovoltaik als auch in der Solarthermie.

Warum das wichtig ist:

  • Sichtbarkeit & Vertrauen: Die BSW-Mitgliedschaft unterstreicht unser Engagement für Qualität, Verlässlichkeit und Innovation – zentrale Werte unserer Marke.

  • Netzwerk & Austausch: Wir profitieren vom direkten Zugang zu politischen Entwicklungen, Fördermöglichkeiten und Marktanalysen.

  • Für unsere Kunden: Sie erhalten bei uns Zugang zu geprüften, zukunftssicheren Solartechnologien – entwickelt mit dem Know-how eines anerkannten Branchenpartners.

FPV

Schwimmende PV-Anlagen gegen Energieknappheit

11.02.2022

Floating-PV: Energiegewinnung auf dem Wasser – Potenziale und Perspektiven

Die Nachfrage nach schwimmenden Photovoltaikanlagen wächst – doch welche Chancen und Herausforderungen bringt diese Technologie mit sich? Ein Überblick.

In ganz Europa steigt das Interesse an Floating-PV, also Photovoltaikanlagen, die auf Wasserflächen installiert werden. Die Ursachen dafür sind vielfältig – an vorderster Stelle stehen die volatilen Strompreise der letzten Jahre, der Druck zur Flächenschonung sowie technologische Fortschritte in der Auslegung und Installation solcher Systeme. Erste Anlagen sind erfolgreich in Betrieb, viele weitere befinden sich im Aufbau oder durchlaufen Genehmigungsverfahren.

Unentdeckte Potenziale: Wenn Wasserflächen zur Energiequelle werden

Der besondere Reiz von Floating-PV liegt in der Nutzung vorhandener Flächen, die bislang energetisch ungenutzt blieben – etwa Bewässerungsbecken in der Landwirtschaft, Baggerseen, Kiesgruben oder Rückhaltebecken. Die Stromproduktion erfolgt dort, wo keine Konkurrenz zur landwirtschaftlichen oder baulichen Nutzung besteht. Besonders in Regionen mit begrenztem Landangebot bietet sich hier eine ressourcenschonende Alternative zur klassischen Freiflächenanlage.

Effizienz durch natürliche Kühlung

Technisch gesehen profitieren schwimmende PV-Module von einem besonderen Effekt: Die Verdunstung des Wassers unterhalb der Module wirkt passiv kühlend, was die Leistung um bis zu 5 % gegenüber Bodenanlagen steigern kann. Gleichzeitig wirkt die Verschattung durch die Solarpaneele der Wasserverdunstung entgegen – ein Vorteil gerade bei künstlich bewässerten oder saisonal genutzten Gewässern. So entsteht eine symbiotische Beziehung zwischen Solartechnologie und Wasserwirtschaft.

Technik unter Einfluss: Anforderungen an Bau und Wartung

Floating-PV-Anlagen sind hohen Umweltbelastungen ausgesetzt – besonders Wind, Wellen und UV-Strahlung stellen spezielle Anforderungen an das Systemdesign. Um eine Betriebsdauer von 20 bis 40 Jahren zu gewährleisten, müssen elektrische Steckverbindungen, Schwimmkörper und Verankerungssysteme besonders widerstandsfähig sein. Ebenso wichtig ist die Wartungsfreundlichkeit, denn nur mit regelmäßiger Kontrolle bleiben Ertrag und Sicherheit langfristig erhalten.

Wirtschaftlichkeit mit Perspektive

Obwohl die Investitionskosten einer schwimmenden PV-Anlage aktuell leicht über denen einer klassischen Bodenanlage liegen, können andere Faktoren dies ausgleichen: etwa geringere Pachtkosten, höhere Effizienz und die Nutzung vorhandener Infrastruktur. Besonders attraktiv sind kleinere Systeme für die landwirtschaftliche Bewässerung – diese lassen sich in kurzer Zeit installieren und als reine Solarpumpensysteme oder Hybridsysteme betreiben. Moderne Anlagen verfügen dabei über Monitoringlösungen mit Fernzugriff, die eine einfache Betriebsführung ermöglichen.

Umweltwirkung: Noch viele offene Fragen – erste Antworten

Ein häufiger Kritikpunkt betrifft die Auswirkungen auf die Biodiversität. Erste Studien zu aktiven Baggerseen zeigen bislang keine signifikanten Veränderungen der Wasserqualität, sofern nicht die gesamte Wasseroberfläche belegt wird. Im Gegenteil: Inzwischen entstehen neue Ansätze, um den ökologischen Wert von FPV-Anlagen zu erhöhen – etwa durch das Anbringen von Steinkäfigen zur Förderung von Kleinfischpopulationen.

Regulatorische Hürden: Wo die Politik gefragt ist

Die Zukunftsfähigkeit von Floating-PV in Europa hängt maßgeblich von den regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Aktuell erschweren komplexe Genehmigungsverfahren sowie die fehlende Einbindung kleinerer Anlagen ins EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) den Ausbau. Eine klare rechtliche Einordnung und der Verzicht auf Ausschreibungsverfahren bei kleineren Systemen wären ein wichtiger Schritt für die Skalierung dieser nachhaltigen Technologie.

Fazit: Ein schwimmendes System mit festem Zukunftsanker

Floating-PV bietet eine vielversprechende Ergänzung zu bestehenden Solarlösungen – insbesondere dort, wo Wasserflächen ohnehin vorhanden sind und eine energetische Nutzung wirtschaftlich sinnvoll erscheint. In Kombination mit dem Einsatz rezyklierbarer Materialien und einem vergleichsweise geringen CO₂-Fußabdruck kann Floating-PV einen wertvollen Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung leisten – insbesondere für Landwirte, Kommunen und Betreiber von Gewässern.

ECON, Pressemitteilung

Intech zur Teilnahme an dena-RES-Programm nominiert

12.12.2018

Intech Energy Container im Outback von Queensland – autarke Energieversorgung mit Photovoltaik

Deutsche Innovation für internationale Märkte

Die in Kehl-Auenheim ansässige Firma Intech GmbH & Co. KG zählt mit ihrem Energiecontainer zu den ausgewählten Unternehmen, die im Rahmen des dena-Renewable-Energy-Solutions-Programm (dena-RES-Programm) ein Referenzprojekt für ihre innovative erneuerbare Energielösung umsetzen. Mit diesem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Programm unterstützt die Deutsche Energie-Agentur (dena) deutsche Unternehmen, die Technologien rund um erneuerbare Energien in Auslandsmärkten etablieren möchten.

Deutsche Technologie für netzferne Regionen

Der von der Firma Intech entwickelte Energiecontainer ist an erneuerbare Energiequellen wie Solar, Wasser oder Wind gekoppelt und versorgt externe Verbraucher wie Gebäude und Maschinen mit Elektrizität. Das System ist somit als Alternative zu einem Netzanschluss in abgelegenen Gebieten einsetzbar.

Ersatz von Dieselgeneratoren durch erneuerbare Energien

Laut Herrn Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Fa. Intech, wurde das System entwickelt, um weltweit Diesel- oder Flüssiggas-betriebene Stromgeneratoren durch Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu ersetzen. Da Strom aus Sonne und Wind nicht konstant zur Verfügung steht, ist der Enegiecontainer mit einem entsprechenden Stromspeicher, Notstromgenerator und der notwendigen Steuerelektronik ausgestattet.

Pilotprojekt im Elsass

Die im Rahmen des Programmes geplante Referenzanlage wurde bereits an einen landwirtschaftlichen Bio-Betrieb im benachbarten Elsass geliefert. Der Betrieb „Un Jardin et des Graines“ hat sich abseits des Stromnetzes als Aussiedlerhof entwickelt. Der Energiecontainer von Intech übernimmt die gesamte Stromversorgung. Als erneuerbare Energiequelle dient eine Solaranlage, welche teilweise auf dem Energiecontainer und als Aufdachanlage auf einem Nebengebäude errichtet wird. Der gesamte Energiebedarf wird somit durch die Sonne bereitgestellt. Für den französischen Biobauern also die beste Gelegenheit seiner Nachhaltigkeit Ausdruck zu verleihen.

Bisherige Exporte und wachsende Märkte

Zuvor wurden bereits erste Systeme nach Australien (McKinlay) und Kanada geliefert. Mittlerweile ist aber auch eine steigende Nachfrage aus Europa und Afrika spürbar.

Mehr Sichtbarkeit in französischsprachigen Märkten

Mit der Teilnahme am dena-RES-Programm erhofft sich Intech eine gesteigerte öffentliche Sichtbarkeit im gesamten französischen Sprachraum. Hoher Bedarf und Wachstumsmöglichkeiten werden insbesondere langfristig im Off-Grid-Segment in den französischen Überseegebieten erwartet, die mit dem Pilotprojekt aktiv angesprochen werden sollen.

Das dena-RES-Programm: Schub für deutsche erneuerbare Energietechnologien

Dieses Projekt wird im Zuge des von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten dena-Renewable-Energy-Solutions-Programms realisiert.

 

Deutsche Energie-Agentur (dena)

Die dena ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als Agentur für angewandte Energiewende trägt sie zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele bei, indem sie Lösungen entwickelt und in die Praxis umsetzt, national und international. Dafür bringt sie Partner aus Politik und Wirtschaft zusammen, über alle Branchen hinweg. Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland und die KfW Bankengruppe. www.dena.de

German Energy Solutions Initiative

Mit der German Energy Solutions Initiative unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kleine und mittlere deutsche Unternehmen der Energiebranche bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Angesprochen sind Unternehmen, die Energielösungen im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, intelligente Netze oder Speicher anbieten. Die German Energy Solutions Initiative verfolgt das Ziel, deutsche Energie-Technologien international stärker zu positionieren und zu verbreiten, um das Marktpotential für deutsche Technologien und deutsches Know-how zu erhöhen. Ausgerichtet auf die jeweiligen Exportphasen stehen bei den Angeboten der Exportinitiative die Informationsvermittlung, die Kontakt- und Geschäftsanbahnung bzw. das Auslandsmarketing im Fokus.

dena-Renewable-Energy-Solutions-Programm (dena-RES-Programm)

Mit ihrem dena-RES-Programm unterstützt die Deutsche Energie-Agentur (dena) Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche bei der Erschließung von Märkten. In attraktiven Zielmärkten wird Energietechnik öffentlichkeits- und werbewirksam an repräsentativen Einrichtungen installiert und durch Aktivitäten im PR-, Marketing- und Schulungsbereich umfassend begleitet. Diese vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten Leuchtturmprojekte haben zum Ziel, die Qualität deutscher Produkte im Bereich erneuerbare Energien zu demonstrieren und teilnehmenden Unternehmen den nachhaltigen Eintritt in neue Märkte zu erleichtern.