Archiv der Kategorie: Agri-PV

Agri-PV, Allgemein, Messen

Intech auf der Fruchtwelt Bodensee 2026 – Agri-PV und Viti-PV live erleben

19.02.2026

Von morgen, 20.02., bis Sonntag, 22.02, sind wir als Aussteller auf der Fruchtwelt Bodensee 2026 vertreten. Besuchen Sie uns an unserem Stand B2-452 und erfahren Sie mehr über unsere innovativen Lösungen im Bereich Agri-Photovoltaik (Agri-PV) und Viti-PV für den Weinbau.

Mit unseren durchdachten Agri-PV-Systemen verbinden wir landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung effizient auf derselben Fläche. Ob Sonderkulturen, Obstbau oder Weinbau – unsere Lösungen ermöglichen eine nachhaltige Energiegewinnung bei gleichzeitiger Bewirtschaftung der Fläche.

Als erfahrener Projektentwickler und Anlagenbauer für Agri-PV-Anlagen begleiten wir Sie von der Planung über die Genehmigung bis zur Umsetzung.

📍 Besuchen Sie uns auf der Fruchtwelt Bodensee 2026 – wir freuen uns auf den Austausch rund um Agri-Photovoltaik, Viti-PV und nachhaltige Energiekonzepte für die Landwirtschaft!

Agri-PV, Pressemitteilung

Spatenstich für Viti-PV-Anlage in Oberkirch-Bottenau

04.12.2025

Leuchtturmprojekt für den Weinbau der Zukunft

Oberkirch-Bottenau. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am 4. Dezember 2025 der Startschuss für die neue Viti-PV-Anlage in Oberkirch-Bottenau gegeben. Die Anlage ist Teil des RegioWIN-Leuchtturmprojekts Weinbau 4.0, das am südlichen Oberrhein modellhaft die Chancen von Agri-Photovoltaik im Weinbau erforscht. Vertreter aus Weinbau, Forschung, Kommunalpolitik und Energiewirtschaft nahmen an der Veranstaltung teil, um den Beginn eines der ambitioniertesten Agri-PV-Projekte der Region zu feiern.

Die Viti-PV-Anlage entsteht auf einer 2,23 Hektar großen Rebfläche und umfasst vier Teilflächen – darunter terrassierte Abschnitte –, die mit zwei unterschiedlichen Anlagensystemen ausgestattet werden. Mit einer geplanten Systemleistung von 1,5 MWp soll sie nicht nur Energie erzeugen, sondern vor allem wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rebenentwicklung, Klimaresilienz und Bewirtschaftungsoptionen liefern.

Steillagen unter Druck – Bottenau als Modellregion

Ortsvorsteher Andreas Kimmig betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung innovativer Ansätze für die regionale Landwirtschaft. In Bottenau konzentrieren sich rund 180 Hektar Weinbau, oft in extrem anspruchsvoller Hanglage. Die Konkurrenzfähigkeit dieser Flächen sei zunehmend bedroht. Agri-PV könne Winzern neue Perspektiven eröffnen – sowohl wirtschaftlich als auch strukturell.

Weinbau 4.0: Forschung für Steillagen, neue Technologien und Entlastung im Arbeitsalltag

Martin Linser, Leiter des Kompetenzzentrums Weinbau 4.0, ordnete die Viti-PV-Anlage in das Gesamtprojekt ein: Steillagen stünden vor hohen Bewirtschaftungskosten, wachsendem Arbeitsaufwand und Klimarisiken. Gleichzeitig böten Technologien wie Drohnen, automatisierte Systeme und Agri-PV neue Möglichkeiten für Effizienz und Sicherheit.

Die Anlage in Bottenau ergänzt Forschungsstandorte in Riegel und am Blankenhornsberg. Das Weinbauinstitut Freiburg, das Fraunhofer ISE, das KIAF und weitere Partner untersuchen gemeinsam, wie Reben unter PV-Strukturen wachsen, wie sich Lichteinfall und Temperatur verändern und welche Effekte dies auf Ertrag und Qualität hat.

Energiewirtschaftliche Bedeutung für die Region

Für die Stadtwerke Oberkirch sei das Projekt ein kreativer Forschungsansatz in der regionalen Energieversorgung, erklärte Geschäftsführer Erik Füssgen. Die infrastrukturellen Voraussetzungen – eine neue 20-kV-Leitung und Kapazitäten bis 2 MW – ermöglichen eine zukunftsorientierte Einbindung des PV-Stroms.

Technik, Tradition und ein persönliches Kapitel: Die Perspektive von Intech

Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Intech Clean Energy GmbH, stellte die technischen Besonderheiten der Anlage sowie seine persönliche Motivation vor. Nach Jahrzehnten konnte seine Familie den Hof zurückerwerben und verbindet nun traditionelles Weinbauland mit modernster Energietechnik.

Dank der Kooperation mit Winzerfamilie Obrecht können künftig Reben unter der Viti-PV-Anlage sowie auf einer Referenzfläche parallel bewirtschaftet werden. Dies ermöglicht präzise Aussagen über Ertrag, Traubenqualität, Temperaturverläufe sowie Frost- und Hitzeschutz.

Vollmer verwies auf positive Erfahrungen aus der Agri-PV-Anlage in Nussbach und dem Forschungsstandort Ihringen, bei dem mittlerweile die 3. Weinlese eingefahren wurde: Verzögerter Austrieb, weniger Hitzestress, Frostschutz und angenehmere Arbeitsbedingungen bei der Lese seien zentrale Vorteile.

Winzerperspektive: Ohne Viti-PV wäre die Bewirtschaftung kaum möglich

Winzer und Kellermeister Marius Vollmer betonte, dass eine Bewirtschaftung der Steillage ohne das Projekt kaum realisierbar gewesen wäre. Die für die PV-Anlage notwendigen Planierungsarbeiten schaffen erstmals Bedingungen, die eine dauerhafte Pflege und Ernte ermöglichen.

Mit Sorten wie Souvignier Gris sollen zudem robuste, zukunftsfähige Reben erprobt werden. Für viele Betriebe könne Viti-PV ein entscheidender Baustein sein, um Steillagen auch im Klimawandel zu erhalten.

Symbolischer Spatenstich – und der Beginn eines Leuchtturmprojekts

Mit dem gemeinsamen Spatenstich startete ein Projekt, das weit über die Region hinaus wirken soll: Als Forschungsstandort, als Beispiel für nachhaltige Energieintegration im Weinbau und als Chance für die Zukunft steiler Lagen.

Die Anlage soll ab 2026 schrittweise in Betrieb gehen. Begleitende Veranstaltungen für Winzerinnen und Winzer sind geplant, um Einblicke in Bewirtschaftung, Technik und Forschungsergebnisse zu geben.

Agri-PV

Agri-Photovoltaik im Praxistest – Pressesammlung

23.07.2025

Nachführende Agri-Photovoltaik über Apfellfeld mit Hydraulik angetrieben

Agri-PV: Doppelte Nutzung mit Zukunftspotenzial

Agri-Photovoltaik (kurz Agri-PV) ermöglicht die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Nahrungsmittelproduktion und nachhaltige Stromerzeugung. Gerade in Zeiten von Klimawandel, steigenden Energiepreisen und Ressourcenknappheit bietet diese Technologie viele Chancen – nicht nur für Großbetriebe, sondern auch für kleinere landwirtschaftliche Betriebe. Aktuelle Berichte aus Presse und Forschung zeigen deutlich: Agri-PV ist längst keine Nische mehr, sondern auf dem Weg in die Fläche. Hier findet ihr eine kleine Sammlung:

  • Modellregion Baden-Württemberg: Fünfte Agri-PV-Anlage in Betrieb
    Im Rahmen eines Modellprojekts in Baden-Württemberg wurde bereits die fünfte Agri-PV-Anlage erfolgreich in Betrieb genommen. Sie zeigt exemplarisch, wie Landwirtschaft und Energiewende Hand in Hand gehen können. Die Module sind aufgeständert, lassen Regen durch und bieten gleichzeitig Schutz für empfindliche Kulturen wie Beeren oder Salat.
    🔗 Zum Artikel bei Solarserver.de

  • Wissenschaftlich bestätigt: Tracker senken Ertragsverluste
    Eine neue Studie zeigt, dass horizontal einachsige Nachführsysteme (Tracker) nicht nur die Energieausbeute steigern, sondern auch die Einflüsse auf den landwirtschaftlichen Ertrag minimieren. Besonders bei intensiven Kulturen kann diese Technologie ein entscheidender Faktor sein.
    🔗 Studie bei PV Magazine International lesen

  • Agri-PV als Baustein der Energiewende
    Auch im Bauwesen wird Agri-PV zunehmend thematisiert. Der Fachbeitrag auf Baulinks.de unterstreicht die Rolle von Agri-Photovoltaik in der zukünftigen Flächenplanung, Landschaftspflege und Infrastrukturentwicklung.
    🔗 Fachbeitrag bei Baulinks

  • Fachmagazin Landinfo: Agri-PV als Lösung für Mehrfachnutzung
    Das renommierte Fachmagazin Landinfo beleuchtet in seiner Ausgabe 3/2024 mehrere Ansätze zur Mehrfachnutzung landwirtschaftlicher Flächen, darunter auch Agri-PV. Neben ökologischen Vorteilen stehen auch betriebswirtschaftliche Aspekte im Fokus.
    🔗 Zur digitalen Ausgabe von Landinfo

  • 🎥 Videoempfehlung (SWR):
    Wie können sich Module „mit der Pflanze bewegen“? Der SWR zeigt ein innovatives System, das sich an Sonnenstand und Pflanzenbedürfnisse anpasst.
    🔗 Video ansehen

  • 🎧 Hörtipp (Deutschlandfunk):
    Im Apfelanbau sorgt Agri-PV nicht nur für Energie – sie reduziert auch den Wasserbedarf und schützt vor Pilzbefall.
    🔗 Audio-Beitrag hören

 

FAQs zu Agri-Photovoltaik

  • Was ist der Unterschied zwischen Agri-PV und klassischer PV?
    Agri-PV ist speziell dafür ausgelegt, gleichzeitig Landwirtschaft und Stromproduktion zu ermöglichen – z. B. durch aufgeständerte Module.
  • Für welche Kulturen eignet sich Agri-PV besonders?
    Vor allem für Sonderkulturen wie Beeren, Salate oder Obstbäume. Aber auch Weinanbau und Viehwirtschaft profitieren.
  • Lohnt sich Agri-PV wirtschaftlich für kleine Betriebe?
    Ja – insbesondere durch Förderprogramme und langfristige Einsparungen bei Energie und Wasser.

Agri-PV

Agri-Photovoltaik in der Praxis: Erfahrungen, Vorteile und Herausforderungen beim Einsatz in der Landwirtschaft

23.07.2025

Besuchergruppe bei der Besichtigung der Agri-PV-Anlage

Wie lässt sich landwirtschaftliche Nutzung mit Solarstrom kombinieren?

Genau dieser Frage widmete sich die Exkursion „Agri-Photovoltaik in der Praxis: Chancen für Landwirtschaft und Kommunen“, die am 22. Juli 2025 in Oberkirch-Nußbach stattfand – organisiert von der Energieagentur Regio Freiburg.

Was ist Agri-Photovoltaik?

Agri-PV (Agri-Photovoltaik) beschreibt die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Erzeugung erneuerbarer Energie durch Photovoltaik und zum Anbau von Nutzpflanzen. Ziel ist es, Landwirtschaft klimaresilienter zu gestalten und dabei zusätzliche Einnahmequellen für Betriebe zu schaffen.

Besichtigung der Agri-PV-Anlage auf dem Obsthof Vollmer

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Besichtigung der Agri-PV-Anlage des Obsthof Vollmer, die seit über drei Jahren in Betrieb ist. Die Anlage wurde von Intech Clean Energy geplant und umgesetzt. Sie kombiniert klimafreundliche Stromerzeugung mit aktivem Obstbau – und wird wissenschaftlich begleitet.

Erste Forschungsergebnisse: Wetterextreme im Fokus

Greta Ott vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) stellte erste Erkenntnisse der agrarwissenschaftlichen Begleitung vor. Zwar lassen sich nach zwei Jahren noch keine belastbaren Ertragsvergleiche ziehen, aber eines ist klar: Der Schutz vor Wetterextremen wie Spätfrost oder Hagel ist ein bedeutender Vorteil für die Kulturen unter Agri-PV.

Erik Füssgen (Stadtwerke Oberkirch) sprach über die Rolle von Agri-PV in der kommunalen Energieplanung und die damit verbundenen Genehmigungsprozesse. Dr. Hansjörg Vollmer (Intech GmbH & Co. KG / Obsthof Vollmer) schilderte offen seine Erfahrungen mit der Anlage – von Vorteilen bis zu Herausforderungen bei Ernte und Wirtschaftlichkeit.

Offener Austausch: Kritische Fragen ausdrücklich erwünscht

Besonders wertvoll war der offene Austausch bei der Besichtigung: Auch kritische Stimmen kamen zu Wort, was den konstruktiven Charakter der Veranstaltung unterstrich. Einig war man sich jedoch darin, dass die wissenschaftliche Begleitung und der Fokus auf Pflanzenschutz wesentliche Bausteine für zukunftsfähige Agri-PV-Systeme sind.

Wir danken allen Beteiligten für das große Interesse und den spannenden Tag.

Agri-PV, Veranstaltungen

Exkursion: Agri‑Photovoltaik in der Praxis – 22. Juli 2025

01.07.2025

Wir laden Sie herzlich zur Exkursion „Agri‑Photovoltaik in der Praxis: Chancen für Landwirtschaft und Kommunen“ ein. Die Veranstaltung wird von der Energieagentur Regio Freiburg organisiert und bietet einen kompakten Einblick in die Möglichkeiten moderner Agri‑PV‑Systeme – mit fachlichem Input und praktischer Besichtigung.

Dienstag, 22. Juli 2025
10:30 Uhr bis ca. 13:00 Uhr

Pfarrheim St. Marien
Erbstraße 12
77704 Oberkirch-Nußbach

Im Mittelpunkt steht die Besichtigung der Agri‑PV‑Anlage, die bereits seit 3 Jahren landwirtschaftliche Nutzung mit klimafreundlicher Stromerzeugung kombiniert und dabei wissenschaftlich begleitet wurde. Neben der Besichtigung der Anlage erwarten Sie handlungsleitende Fachimpulse zu Agri-PV als Instrument der kommunalen Energieplanung und als Baustein einer klimaangepassten Landwirtschaft:

  • Ergebnisse der agrarwissenschaftlichen Begleitung
    Greta Ott, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg
  • Agri-PV als Baustein der kommunalen Energieversorgung
    Erik Füssgen, Geschäftsführer, Stadtwerke Oberkirch
  • Agri-PV-Anlagen in der Praxis: Beispiel aus dem Obstbau
    Dr. Hansjörg Vollmer, Projektleiter, Intech GmbH & Co. KG & Hofeigentümer Obsthof Vollmer

Weitere Details zur Veranstaltung finden Sie auch auf der Website der Energieagentur Freiburg:
https://energieagentur-regio-freiburg.eu/exkursion-agri-pv/

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist jedoch auf 50 Personen begrenzt. Bitte melden Sie sich frühzeitig über den obenstehenden Link oder direkt bei uns, wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben.

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Potenzialen der Agri‑Photovoltaik zu machen und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Agri-PV, Pressemitteilung

Ministerpräsident Kretschmann besucht Blankenhornsberg

26.06.2025

Agri-PV als Hoffnungsträger für Weinbau und Klimaschutz

Ihringen, 26. Juni 2025 – Ministerpräsident Winfried Kretschmann besuchte am Donnerstag das Staatsweingut am Blankenhornsberg in Ihringen, um sich vor Ort über innovative Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen im Weinbau zu informieren. Ein zentrales Thema war dabei die Viti-Photovoltaikanlage, die die Firma Intech GmbH & Co. KG aus Kehl für Forschungszwecke realisiert hat.

Viti-PV-Technologie verbindet Energieerzeugung und Weinqualität

Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden am Blankenhornsberg zwei unterschiedliche Viti-PV-Systeme installiert. Die Anlage mit einer Leistung von 240 kWp kombiniert eine Fixinstallation mit lichtdurchlässigen PV-Modulen sowie ein innovatives Tracking-System mit lichtundurchlässigen Modulen, das sich automatisch dem Sonnenstand anpasst. Entwickelt wurde die Tracking-Steuerung von Intech und wird gemeinsam mit dem Staatlichen Weinbauinstitut kontinuierlich an die spezifischen Anforderungen des Weinbaus angepasst. Dafür werden neben elektrischen Parametern auch Faktoren wie Neigungswinkel, Einstrahlung, Pflanzengesundheit, Blatt- und Bodenfeuchte überwacht und zur Optimierung ausgewertet.

Dr. Bettina Frank-Renz (Direktion Staatliches Weinbauinstitut) und Kolja Bitzenhofer (Leitung Staatsweingut) beim Vorstellen der Viti-PV-Anlage am Blankenhornsberg.

 

Chancen und Herausforderungen

Das innovative System zielt darauf ab, nicht nur Strom zu erzeugen, sondern auch die Pflanzenphysiologie der Reben zu verbessern. Erste Ergebnisse sind vielversprechend: Die Beschattung durch die PV-Module führt zu einer verzögerten Reife der Trauben, was sich günstig auf den Säuregehalt und damit die Weinqualität auswirken kann. Weitere Forschungsergebnisse werden aktuell ausgewertet.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen. „Nicht alle Ackerflächen haben einen Stromanschlusspunkt in der Nähe. Selbst die 400 Meter bei uns waren nicht nur ein finanzieller Aufwand. Die Kosten für den Netzanschluss können daher ein entscheidender Faktor für den Bau solcher Anlagen sein“, erläuterte Bettina Frank-Renz, Leiterin des Staatlichen Weinbauinstituts.

Zudem können Maschinen nicht alle Rebzeilen befahren, wodurch teilweise Handarbeit erforderlich wird. Die Integration der Anlage in bestehende Rebflächen gestaltet sich ebenfalls komplex.

„Wir müssen neue Dinge ausprobieren, wissenschaftlich prüfen, ob es Sinn macht und ob es für den Weinbau auch wirtschaftlich profitabel sein kann“, betonte Ministerpräsident Kretschmann bei seinem Rundgang.

Beitrag zum Klimaschutz

Neben den Effekten auf die Weinqualität leistet die Anlage auch einen Beitrag zum Klimaschutz: Der CO₂-Fußabdruck für die Stahlkonstruktion beträgt 41,19 Tonnen, während die Anlage jährlich etwa 150 Tonnen CO₂ einspart. Der erzeugte Strom kann die Versorgung von rund 160 Haushalten sicherstellen oder für elektrische Arbeitsgeräte direkt im Weinberg genutzt werden.

Die Viti-PV-Anlage ist Teil des Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0“ im Rahmen des RegioWin 2030-Programms und wird vom Land Baden-Württemberg sowie der Europäischen Union gefördert. Sie zeigt eindrucksvoll, wie die Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen die Zukunft des Weinbaus nachhaltig gestalten kann.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dialog mit Reinhold Treiber (Geschäftsführer Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald) über die Artenvielfalt am Kaiserstuhl.

Winzer im Dialog mit der Politik

Begleitet wurde der Besuch von einer Mahnwache der Winzer, die mit Transparenten auf ihre wirtschaftlich schwierige Lage aufmerksam machten. Klimawandel, steigende Produktionskosten und ein rückläufiger Weinkonsum setzen viele Betriebe unter Druck. Kretschmann machte deutlich, dass der Erhalt der Kulturlandschaft, wirtschaftliche Perspektiven der Betriebe und der Einsatz moderner Technologien zusammen gedacht werden müssen. Zudem appellierte er an Verbraucherinnen und Verbraucher, verstärkt regionale Produkte zu kaufen, um die heimische Landwirtschaft zu stärken.

Neben der Agri-PV-Anlage standen beim Besuch des Ministerpräsidenten auch die Arbeit des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau-Hochschwarzwald, die Transformation der Landwirtschaft sowie die Flurbereinigung am Kaiserstuhl im Fokus.

 

Über Intech GmbH & Co. KG

Seit 25 Jahren ist die Intech GmbH & Co. KG Pionier auf dem Gebiet der Photovoltaikanlagen und setzt sich aktiv für die Marktfähigkeit erneuerbarer Energien ein. Von der netzunabhängigen Stromversorgung bis zur Energieautarkie werden nachhaltige Projekte realisiert und Kunden von der Planung bis zur Installation begleitet. Mit eigens entwickelten Systemen liegt der Fokus auf der effizienten Doppelnutzung von Flächen, wobei maßgeschneiderte PV-Lösungen für Dach-, Wasser- oder Ackerflächen angeboten werden. Mit der Entwicklung von Agri- und Viti-PV-Anlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcenschonung in der Landwirtschaft.

Weitere Informationen finden Sie unter Intech Clean Energy und Weinbau 4.0.

Agri-PV

Intech Viti-PV-Anlage im Fokus des SWR!

11.02.2025

Am 11. Februar 2025 war ein Kamerateam des SWR in Ihringen am Blankenhornsberg – genauer gesagt auf dem Gelände des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg. Der Grund: Die gemeinsam mit dem Institut entwickelte Viti-PV-Anlage, ein innovatives Agri-PV-System für den Weinbau, wurde für einen TV-Beitrag im Rahmen der SWR-Sendung „Aktuell Baden-Württemberg“ dokumentiert.

Weinbau 4.0 trifft Solarenergie

Die Anlage ist Teil des RegioWIN-Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0“ und zeigt eindrucksvoll, wie sich Weinbau und Photovoltaik intelligent kombinieren lassen. Durch die Überdachung der Rebflächen mit PV-Modulen entsteht eine doppelte Nutzung: Schutz für die Reben bei gleichzeitiger Stromerzeugung. Die im Beitrag präsentierten ersten Betriebsergebnisse belegen die Vorteile der Technologie – sowohl hinsichtlich Wirtschaftlichkeit als auch Nachhaltigkeit.

Welche Vorteile bringt Viti-PV den Winzer:innen?

  • Schutz vor Witterung: Hagel, Starkregen oder zu starke Sonneneinstrahlung werden deutlich abgemildert.

  • Weniger Wasserverbrauch: Durch die Beschattung sinkt die Verdunstung auf den Rebflächen.

  • Erneuerbare Stromproduktion: Der erzeugte Solarstrom kann direkt vor Ort genutzt oder eingespeist werden.

  • CO₂-Reduktion & Flächeneffizienz: Perfekte Synergie zwischen Landwirtschaft und Energiewende.

Sendetermin verpasst?

Den Beitrag finden Sie in der ARD Mediathek (Sendung vom 14.2.2025, 19:30 Uhr, ab Minute 13:30). Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen eines Projekts, das beispielhaft für zukunftsfähige Landwirtschaft steht.

Agri-PV, Pressemitteilung

Presseinformation: Leuchtturmprojekt „Weinbau 4.0“

27.09.2024

Innovative Energiegewinnung im Weinbau: Einweihung der Viti-PV-Anlage in Ihringen

Ihringen am Kaiserstuhl, 27. September 2024 – Ein wichtiger Meilenstein für die nachhaltige Landwirtschaft: Die Intech GmbH & Co. KG feiert gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern die offizielle Einweihung ihrer Viti-Photovoltaikanlage im Rahmen des RegioWIN-Leuchtturmprojekts „Weinbau 4.0″. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, dem Bewirtschafter der Rebfläche, wurde die Anlage 2023 errichtet und dient nun als Pilotprojekt zur Untersuchung der Synergieeffekte von Weinbau und Stromerzeugung auf einer Fläche. Im August 2024 ging die erste von insgesamt 3 Pilotanlagen ans Netz.

Doppelnutzung in der Praxis: 240 kWp auf 0,4 Hektar

Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden am Blankenhornsberg zwei unterschiedliche Viti-PV-Systeme installiert, die nicht nur den Solarertrag maximieren, sondern auch die Pflanzenphysiologie der Reben berücksichtigen. Die Anlage mit einer Leistung von 240 kWp besteht aus einer Fixinstallation mit lichtdurchlässigen PV-Modulen und einem innovativen Tracking-System mit lichtundurchlässigen (opaken) PV-Modulen, welches die PV-Module automatisch der Sonne nachführt.

Die Tracking-Steuerung wurde von Intech entwickelt und wird in Zusammenarbeit mit dem Weinbauinstitut (WBI) über die gesamte Projektlaufzeit an die Anforderungen des Weinbaus angepasst. Dazu werden alle elektrischen Daten, sowie der Neigungswinkel, Einstrahlung, Pflanzengesundheit, Blattfeuchte und Bodenfeuchte erfasst und für den Optimierungsprozess verwendet.

PV-Anlage über Weinreben in Ihringen

Schnelles Eingreifen dank Fernzugriff

„Dank der Tracking-Technologie und des Fernzugriffs können wir in Absprache mit dem Weinbauinstitut sofort auf Wetterveränderungen reagieren und so den Traubenertrag sichern“, betont Christoph Vollmer, Geschäftsführer der Intech GmbH & Co. KG.
Die innerhalb von fünf Monaten in einem Vogelschutzgebiet und über bestehenden Rebzeilen errichtete Anlage berücksichtigt auch naturschutzrechtliche Auflagen und ermöglicht bei Bedarf einen vollständigen Rückbau. Eine besondere Herausforderung bei Viti-PV-Anlagen ist der Netzanschluss. „Nicht alle Ackerflächen haben einen Stromanschlusspunkt in der Nähe. Selbst die 400 Meter bei uns waren nicht nur ein finanzieller Aufwand. Die Kosten für den Netzanschluss können daher ein entscheidender Faktor für den Bau solcher Anlagen sein“, sagt Bettina Frank-Renz, Leiterin des Staatlichen Weinbauinstituts. Dennoch betont Martin Schweizer, stellvertretender Bürgermeister von Ihringen: „Diese Anlage ist ein Lichtblick für die Winzer, um die Kulturlandschaft am Kaiserstuhl zu erhalten“.

Vielversprechende erste Ergebnisse

Das Weinbauinstitut konnte in diesem Jahr den 2. Herbst unter den PV-Modulen einfahren. Die ersten Zwischenergebnisse sind vielversprechend. So führt die Beschattung durch die PV-Module zu einer Reifeverzögerung, die den Säuregehalt der Trauben und damit die Weinqualität erhöht. Weitere Forschungsergebnisse werden derzeit vom Weinbauinstitut ausgewertet.

Der CO2-Fußabdruck für den Stahl der Unterkonstruktion beträgt 41,19 Tonnen. Im Gegenzug ermöglicht die Anlage eine erhebliche CO2-Reduktion von 150 Tonnen pro Jahr. Die gewonnene Energie wird unter anderem von autonomen elektrischen Geräten wie einer Raupe vor Ort genutzt. Als Vergleich kann mit dem Strom beispielsweise die Energieversorgung für rund 160 Haushalte sichergestellt werden.

Ein Meilenstein für nachhaltigen Weinbau

Die Viti-PV-Anlage ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Landwirtschaft. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union gefördert und bietet einen zukunftsweisenden Ausblick auf die Möglichkeiten der Doppelnutzung von Flächen.

Über Intech GmbH & Co. KG:

Seit 25 Jahren ist die Intech GmbH & Co. KG Pionier auf dem Gebiet der Photovoltaikanlagen und setzt sich aktiv für die Marktfähigkeit erneuerbarer Energien ein. Von der netzunabhängigen Stromversorgung bis zur Energieautarkie werden nachhaltige Projekte realisiert und Kunden von der Planung bis zur Installation begleitet. Mit eigens entwickelten Systemen liegt der Fokus auf der effizienten Doppelnutzung von Flächen, wobei maßgeschneiderte PV-Lösungen für Dach-, Wasser- oder Ackerflächen angeboten werden. Mit der Entwicklung von Agri- und Viti-PV-Anlagen leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieerzeugung und Ressourcenschonung in der Landwirtschaft.

Agri-PV

Bundesminister Hubertus Heil zu Besuch in Nußbach

08.07.2024

Mit KI die Landwirtschaft optimieren – und wir sind auf einem guten Weg!

Vom Mähroboter bis zum Vollernter gibt es bereits die unterschiedlichsten KI-gesteuerten Helfer. Auch ein Teil unserer Agri-PV-Forschungsanlage in Nußbach gehört dazu.

Auf Basis der vom LTZ Augustenberg gesammelten Daten entwickelt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE einen Algorithmus, der das Intech-Trackingsystem ganz nach den Bedürfnissen der Pflanzen steuert und dabei das Maximum an Sonnenenergie herausholt – eine absolute Win-Win-Win-Situation!

Zum Thema „KI in der Landwirtschaft“ durften wir gestern Bundesminister Hubertus Heil und über 20 Journalisten im Rahmen seiner Sommerreise durch unsere Anlage führen und seine Geschicklichkeit bei der Brombeerernte testen.

Der Besuch war ein spannender Austausch über die Kombination von innovativen Technologien in der Landwirtschaft und einer nachhaltigen Zukunft, bei dem auch das Interesse an den Menschen dahinter nicht zu kurz kam. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und das, was wir mit diesem kurzen Besuch vielleicht bewirken konnten.

Agri-PV, Pressemitteilung

Pressemitteilung: Synergieeffekte der doppelten Flächennutzung

12.04.2024

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Modellregion Agri-Photovoltaik für Baden- Württemberg“ baut und beforscht ein Konsortium aus 13 Projektpartnern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE unterschiedliche Agri-Photovoltaik (PV) Pilotanlagen in Baden-Württemberg. Erste Zwischenergebnisse zeigen, dass nicht nur die unter den Anlagen gebauten Kulturen von der teilweisen Verschattung profitieren, sondern auch die PV-Module dank der Kühlung durch die Pflanzen mehr Strom produzieren als vorab angenommen. Heute eröffnete Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die fünfte Anlage des Projekts auf dem Obsthof Vollmer in Oberkirch-Nussbach. Im Fokus des Forschungsteams ist dort die Kombination von Kern- und Beerenobst mit unterschiedlich nachgeführten PV-Modulen.

„Zuletzt konnten wir Rekordzahlen beim Ausbau von Photovoltaik in Baden- Württemberg verzeichnen. Um die Energiewende erfolgreich zu meistern, müssen die Zahlen für Freiflächen-PV allerdings noch weiter an Fahrt aufnehmen. Die Flächen sind begrenzt. Der große Vorteil von Agri-PV ist, dass wir Raum doppelt nutzen können. Das bringt den Solar-Ausbau und somit die Energiewende weiter voran. Daher ist die heutige Einweihung der Anlage in Nußbach als größte Agri-PV-Anlage im Obstbau in Deutschland ein wichtiges Zeichen. Die „Modellregion Agri-Photovoltaik Baden- Württemberg“ zeigt, dass PV-Einsatz und Landwirtschaft eine fruchtbare Symbiose eingehen können, ohne in einen Nutzungskonflikt um die Fläche zu treten“, sagte Staatssekretär Andre Baumann bei seiner seiner Eröffnungsrede auf dem Obsthof Vollmer.

Bei der ersten Agri-PV-Anlage des Projekts über Apfelbäumen in Kressbronn am Bodensee konnten im Rahmen des Projekts bereits zwei Jahre lang Messungen durchgeführt werden. Dabei stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fest: Der Obsthof konnte auf der Fläche unter der Agri-PV-Anlage 70 Prozent der Pflanzenschutzmittel einsparen. Der Bewässerungsbedarf konnte um 50 Prozent reduziert werden. Der sich durch den Klimawandel verstärkenden Tendenz von zu viel Sonne und zu wenig Wasser für die Apfelbäume wird entgegengewirkt. Die Agri-PV-Anlage produziert über 20 Prozent mehr Strom, als das Konsortium auf Basis der Simulationen erwartet hatte. Die genauen Gründe hierfür sind noch Gegenstand weiterer Untersuchungen, das Forschungsteam vermutet, dass eine Kombination aus Verdunstungskühlung und Hinterlüftung den wichtigsten Beitrag für die erhöhten Stromerträge leistet.

„Es profitieren nicht nur die Pflanzen von der PV-Anlage, sondern auch die PV-Anlage von den Pflanzen, wenn man die Agri-PV Anlage passend plant“, fasste Oliver Hörnle, Projektleiter am Fraunhofer ISE, die Zwischenergebnisse auf der Eröffnung zusammen.

Die heute eingeweihte Agri-PV-Anlage in Oberkirch-Nussbach umfasst vier Teile. Neben dem Stromertrag aus fest montierten PV-Modulen über Kiwi, Birnen, Äpfeln und Zwetschgen mit vollverschattenden Modulen und einem an Folientunnel angelehnten System im Beerenbau mit semitransparenten Modulen, ist das Kernstück des Projekts ein nachgeführtes System mit vollverschattenden Modulen. „Das Besondere an der nachgeführten PV-Anlage ist die Halbierung der 140 Meter langen Reihen“, stellte Landwirt und Unternehmer Dr. Hansjörg Vollmer das Projekt auf seinem Hof vor. „Die eine Hälfte der Reihen wird unter Einbezug von pflanzenphysiologischen Gesichtspunkten nachgeführt, die andere Hälfte rein nach sonnenoptimierten Parametern gesteuert.“ Die hierfür am Fraunhofer ISE entwickelten Nachführalghoritmen werden ab Mitte 2024 im Anlagensystem des Projektpartners Intech Clean Energy erprobt. Die agrarwissenschaftliche Begleitforschung übernimmt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist, offene Fragen zur dualen Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung zu beantworten. Mit der Entwicklung und dem Bau von maßgeschneiderten Pilotanlagen an neun unterschiedlichen Standorten mit verschiedenen Obst- und Beeren-Kulturen werden die Machbarkeit verschiedener vielversprechender Anwendungsbereiche und Technologien untersucht und Auslegungsvarianten erforscht. Gefördert wird das bis Ende 2024 laufende Forschungsvorhaben von den Landesministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.